Warum zu hohe Ziele Leistung bremsen und wie kluge Steuerung das ändert
06.02.2026
Wer permanent das Unmögliche fordert, verliert die Menschen, die es möglich machen.
In vielen Organisationen gilt noch immer: Wer groß denkt, muss noch größere Ziele setzen. Doch die Praxis zeigt das Gegenteil. Überhöhte Zielvorgaben führen nicht zu Spitzenleistung, sondern zu Zynismus, Frustration und Ausweichen. Moderne Methoden wie OKR zeigen, wie Unternehmen Ambition und Realismus neu ausbalancieren können und dadurch deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
Das Paradoxon der überhöhten Ziele
„Stretch Goals“ galten lange Zeit als Zeichen von Entschlossenheit. Sie sollten inspirieren, Leistungsreserven mobilisieren und Innovation fördern. In der Realität entsteht häufig das Gegenteil: Wenn Teams spüren, dass ein Ziel ohnehin unerreichbar ist, verliert es seine bindende Wirkung.
Statt zu Motivation führt das zu Rechtfertigung, warum etwas nicht funktioniert hat – und in der Folge letztlich zu Resignation. So wird das Streben nach Größe paradoxerweise zum Hemmschuh für tatsächliche Leistung.
Warum alte Managementlogik an ihre Grenzen stößt
Die traditionelle Zielsteuerung folgt einem statischen Prinzip: Ziele werden zu Jahresbeginn gesetzt und zu Jahresende bewertet. Dieses Modell stammt aus einer Zeit, in der Märkte berechenbarer, Veränderungen langsamer und Organisationsstrukturen stabiler waren.
Heute sind Unternehmen jedoch permanent in Bewegung – strategisch, technologisch und kulturell. Ziele, die zu Beginn eines Jahres sinnvoll erscheinen, können nach wenigen Monaten bereits an Relevanz verlieren.
Wenn Zielsysteme diese Dynamik nicht abbilden, verlieren sie ihre Steuerungsfunktion. Es entsteht eine Kluft zwischen Plan und Wirklichkeit. Der Versuch, diese Kluft durch immer höhere Ziele zu überbrücken, verstärkt das Problem nur. Führung muss deshalb neu gedacht werden: nicht als starre Vorgabe, sondern als Rahmen, der Lernen und Anpassung ermöglicht.
OKRs als Instrument der lernenden Organisation
OKRs (Objectives and Key Results) bieten einen klaren Rahmen, um ambitionierte Visionen in überprüfbare, zeitlich begrenzte Ergebnisse zu übersetzen.
Drei Prinzipien, die sich in der Praxis bewährt haben:
Ambitioniert und klar überprüfbar: Ziele dürfen herausfordern, müssen aber gleichzeitig durch eindeutig messbare Ergebnisse klar bewertbar bleiben.
Kurzzyklisch und adaptiv: Statt starrer Jahresziele arbeiten Teams mit iterativen Zyklen, die Lernen und Kurskorrektur ermöglichen.
Lernorientiert statt bewertungsorientiert: Der Fokus liegt nicht auf perfekter Zielerreichung, sondern auf dem Verständnis, welche Maßnahmen Wirkung zeigen und wie die Performance kontinuierlich verbessert werden kann.
So entsteht eine Kultur, in der Fortschritt wichtiger ist als Perfektion. Organisationen werden anpassungsfähiger, Entscheidungen datenbasierter und Verantwortung wird gemeinschaftlicher getragen. Ein Prinzip, das wir in vielen unserer Beratungsprojekte erfolgreich verankert haben.
Fazit: weniger Zielpathos, mehr Steuerung
Erfolgreiche Unternehmen brauchen keine größeren Ziele, sondern bessere Steuerungsmechanismen. Ambition ist wertvoll, solange sie realistisch genug bleibt, um echten Fortschritt sichtbar zu machen.
Der Erfolg liegt in der Balance: Visionen, die inspirieren, und Strukturen, die Veränderung ermöglichen. Wer Ziele als Bestandteil eines Lernprozesses versteht, entwickelt nicht nur Ergebnisse, sondern auch Fähigkeiten und erreicht dadurch nachhaltigen Erfolg, der über reine Ambition hinausgeht.
Wir begleiten Organisationen dabei, diese Balance zu gestalten. Es ist Zeit, Zielsteuerung neu zu denken!
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre Steuerungsmechanismen weiterentwickeln und OKRs als echten Performance-Hebel etablieren möchten.
Dr. Tobias Höllwarth
Dr. Tobias Höllwarth (Managing Partner)
Dr. Tobias Höllwarth
Dr. Tobias Höllwarth (Managing Partner)


